Aan: "Kloewing, Wolfgang" <69wolf96@web.de>
Onderwerp: Bibel und Homosexualität
Van: <truppflorian@gmx.de>
Datum: Tue, 18 Sep 2001 21:40:34 +0200

Liebe Leute,

aus den Staaten erreicht uns der Folgende Text. Er stellt eine fundierte
Analyse der Bibel und ihrer Auslegung aus heutiger Sicht dar. So liefert er
eine Argumentationsbasis gegen Fanatiker.

Viele Grüße

Winfried
 

Der Hintergrund zu folgendem Text:
Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer
Show anrufen, Ratschlage erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin,
dass Homosexualität unter keinen Umstanden  befürwortet werden kann, da
diese
nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.
Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der
im Internet verbreitet wurde.

Liebe Dr. Laura
Vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze
Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und
versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn
etwa
jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere
ich
ihn einfach an das Buch Moses 3 (Leviticus)  18:22, wo klargestellt wird,
dass
es sich dabei um ein Greuel handelt.
Ende der Debatte.
Ich benötige allerdings ein paar Ratschlage von Ihnen im Hinblick auf einige
der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind.
§ Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies
für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind
meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll
ich
sie niederstrecken?
§ Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus
21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener
Preis für sie?
§ Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich
im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das
Problem
ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten
Frauen reagieren darauf pikiert.
§ Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl  männliche
als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer
meiner Freunde meint, dass würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf
Kanadier. Können Sie das klaren? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?
§ Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt
deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: bin ich moralisch
verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?
§ Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln
oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel
als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?
§ In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern
darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich  muss zugeben,
dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es
hier ein wenig Spielraum?
§ Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und
Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das
eindeutig durch
Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?
§ Ich weiß aus Lev. 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweins
mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei
Handschuhe anziehe?
§ Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei
verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus
trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind
(Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es
wirklich
notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf
zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn
wir sie in
einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit
Leuten
macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)
Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben,
daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können.
Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes
Wort ewig und unabänderlich ist.
Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan
Jake
 
 

 Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.